
Tapestry, der Mutterkonzern von Stuart Weitzman, sieht sich mit einer Klage wegen sexueller Belästigung konfrontiert.
Der Vizepräsident der Produktentwicklung bei Stuart Weitzman, Thomas Gibb, verklagt den Mutterkonzern Tapestry. Stein des Anstoßes ist der ehemalige Creative Director beim Edel-Schuhhersteller: Giovanni Morelli hatte den Konzern letzte Woche wegen angeblich ungebührlichen Verhaltens verlassen. Laut Gerichtsunterlagen hatte er Thomas Gibb mehrfach sexuell belästigt. Gibb führte unter anderem an, dass Morelli ihn unaufgefordert berührt und pausenlos unanständige Bemerkungen gemacht habe. Darüber hinaus soll der Beschuldigte Gibb bei einem Meeting des Designteams angefasst und mit „vulgären und obszönen“ Zeichnungen auf dem Whiteboard im Büro verunsichert haben. Fragen wie „Hast du jemals versucht, nicht hetero zu sein?“ kamen hinzu, ständig hätte es Anzüglichkeiten gegeben.
Thomas Gibb hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach über Giovanni Morelli beschwert, unter anderem auch bei der Personalabteilung, doch diese Beschwerden seien jedes Mal ignoriert worden. Daher findet der Kläger, dass auch der Konzern für sein Martyrium verantwortlich gemacht werden muss. Gegenüber dem ‚Hollywood Reporter‘ sagte ein Tapestry-Sprecher, dass man eine Untersuchung durchgeführt habe, die letztlich dazu geführt habe, dass Giovanni Morelli am 21. Mai seine Kündigung eingereicht habe. Der Creative Director hatte gerade einmal ein Jahr bei Stuart Weitzman gearbeitet. Er hatte im Februar seine ersten beiden Kollektionen vorgestellt. Ein Nachfolger für Giovanni Morelli wurde bislang noch nicht offiziell bekannt gegeben.