
DE German Stars – In seinem Buch ‚Egal was andere sagen‘ zieht Schlagerstar Eloy de Jong (47) ehrlich Bilanz über den wohl schwierigsten und wichtigsten Schritt seines Lebens: sein Coming Out. Als er seinen Eltern seine Homosexualität offenbarte, wurde er mit der verachtenden Haltung seines Vaters konfrontiert.
Eloy de Jong verdrängte, dass er schwul war
Eloy, der in den 1990er Jahren mit der Popband Caught In The Act berühmt wurde und sich später dem deutschen Schlager zuwandte, wundert sich rückblickend, dass viele Menschen in seinem Umfeld vor ihm erkannten, dass er homosexuell ist – er selbst wollte es als Teenie zunächst nicht wahrhaben. „Ich wollte normal sein. Ich wollte die perfekte Welt zeigen. Aber dass ich schwul war, wussten die anderen weit vor mir“, steht in seiner Autobiografie. „Hätte es eine Pille gegeben, die mich heterosexuell gemacht hätte, ich hätte sie sicher genommen. Ich beneidete Hetero-Jungs.“
Mit 14 wagte er es, sich seiner Mutter anzuvertrauen, die liebe- und verständnisvoll reagierte und weinen musste, weil ihr Sohn sich so plagte mit der Offenbarung. Sein Vater hingegen strafte ihn mit Verachtung, sprach ein Jahr lang nicht mit Eloy: „Für ihn war Homosexualität gegen die Natur. Er ging sogar so weit, sich die Hände zu waschen, wenn er etwas anfasste, das ich zuvor berührt hatte.“
Versteckspiel mit Caught In The Act
Als aufstrebender Popstar versteckte er seine Homosexualität bis zum Coming Out 1999, doch das fiel ihm alles andere als leicht: „Ich kam mir damals vor, als wäre ich einer dieser Darsteller im Disneyland: Sie laufen den ganzen Tag im Micky-Maus-Kostüm rum, winken, hüpfen und lassen sich mit den Kindern fotografieren. Am Ende des Tages zog ich mein Kostüm aus und nahm meine Maske ab. Dann war ich wieder ich, der schwule, unsichere junge Mann, der sich nackt fühlte“, schreibt er in seinem Buch.
Mittlerweile hat Eloy de Jong sein Glück gefunden und wünscht sich mehr Toleranz: „Ich fände es schön, wenn es irgendwann wirklich völlig egal ist, wen man warum liebt.“