Bild von Christian Louboutin

Christian Louboutin (55) durfte sich über den Fashion Legacy Award freuen.

Wenn Frauen Louboutin sehen, sehen sie rot: Seit Jahrzehnten gehören die Kreationen des französischen Designers, der seine Treter mit feuerroten Sohlen versehen hat, zu den begehrtesten Schuhen in der Modeindustrie. Kaum eine weibliche Fashionista besitzt nicht zumindest eines seiner atemberaubenden Werke, die jeden Fuß elegant strecken und gekonnt in Szene setzen.

Jetzt wurde der 1964 in Paris geborene Künstler zur dritten China Fashion Gala ins The Plaza Hotel eingeladen, bei der er neben Tiffany & Co., Maggie Q und dem chinesischen Modelabel Shanghai Tang mit einem Preis ausgezeichnet wurde ? alles Labels und Designer, die im Laufe der Zeit die chinesische Modewelt maßgeblich geprägt haben. Jedes Jahr zeichnen die Veranstalter des China Institute erfolgreiche Designer mit einem Award aus. „Wenn Sie auf die Gesellschaft gucken, ob modisch oder nicht, dann schauen Sie nicht darauf, wie viele Designer sie tragen, sondern darauf, wie die Menschen diese Stücke tragen“, erklärt Fashiongestalterin Grace Chen im Interview mit ‚WWD‘. Nur wenige Stunden vor der Preisverleihung reiste Louboutin mit dem Flieger an. Dass er beim Event erscheinen sollte, um seine Trophäe entgegenzunehmen, war ihm offenbar gar nicht bewusst. Wie das Modemagazin weiter berichtet, dachte der Franzose, dass er vom Flughafen zu einem kleinen Get-Together bei Freunden vorbeischauen würde.

Kollege Massimiliano Giornetti (46), Kreativdirektor von Shanghai Tang, freute sich im Gegensatz zu Louboutin offenbar schon Tage vorher über die anstehende China Fashion Gala. Während seiner Dankesrede wusste der Italiener die richtigen Worte zu finden: „Die modische Evolution in China war wohl die wichtigste Inspirationsquelle meiner Arbeit. Manchmal fragen mich die Menschen, was der Unterschied zwischen der Haltung der Chinesen gegenüber den westlichen Menschen ist und ich muss sagen, dass es eine Freiheit ist, sich der Mode als Sprache zu nähern, als eine Übersetzung der inneren Persönlichkeit.“

Und auch Chen, die von 1995 bis 2009 nicht in ihrer Heimat lebte, hat in den letzten Jahren eine starke Veränderung in der chinesischen Fashionwelt erleben dürfen. Allerdings stammt dieses internationale Ansehen nicht von irgendwoher, wie die Designerin erklärt: „Damit China diesen globalen Mode-Einfluss haben kann, müssen die Chinesen immer sehr nett und stilvoll aussehen. Das ist auch der Grund, warum Uniqlo, Issey Miyake, Y?ji Yamamoto oder Comme des Garçon ihren ganz eigenen globalen Einfluss haben. Das kommt daher, dass die Menschen japanische Designer sehr schätzen. Und genau das Gleiche müssen wir auch machen.“