Textilien 4.0 machen smarte Kleidung alltagstauglich

Fotolia_114888842_XSDer Technologiemarkt bietet mittlerweile zuhauf Armbänder, Uhren und Anstecker für jeden Geldbeutel und jede Gelegenheit an, die überall am Körper befestigt werden können, sichtbar oder unsichtbar. Das Thema „tragbare Technologie“ ist nun schon seit längerem auch auf die Modebranche übergeschwappt: Elektronische Textilien mit Sensoren, Leuchtdioden und sogar Antriebselementen inspirieren die Designer.

Sie entwerfen bereits Outfits mit integrierten Smartphone-Funktionen, die immer alltagstauglicher werden, stylische Kleidungsstücke, die es dem menschlichen Körper ermöglichen, eine Schnittstelle zu werden, die uns mit weit entfernt lebenden Menschen verbinden kann.

Smarte Jacke

Ein Beispiel für diese Ganzkörperinteraktion zwischen Mensch und Technik gibt es bereits zu kaufen. Das gemeinsame Projekt von Levi’s und Google hat eine Jeans-Jacke hervorgebracht, die sich besonders für Fußgänger und Radfahrer im Stadtverkehr eignet, die keine freie Hand fürs Handy haben.

Durch eine von Google entwickelte Technologie können Bekleidungshersteller eine Technik in ihre Produkte integrieren, die sich dann mit dem Smartphone verbindet. Dafür werden einfach leitfähige Fäden in den Stoff eingewebt. Das Material ist dabei so dünn, dass es sich kaum von gewohnten Textilien unterscheidet. Durch Gesten des Trägers, wie Wischen oder Tippen am Ärmel, kann der User sein Smartphone in der Tasche steuern. Etwa einen Anruf entgegennehmen, sich über Sprachnavigation den Weg zum gewünschten Ort beschreiben lassen oder Musik hören.

Mehr als zehnmal Waschen ist noch nicht drin

Die schicke „Levi’s Commuter Trucker Jacket with Jacquard by Google“ kostet stattliche 350 Dollar. Das nötige Kleingeld dafür können sich Glücksritter mit dem Cherry Casino Willkommensbonus zu sichern versuchen. Die smarte Jeansjacke hat aber einen entscheidenden Nachteil: Die Anbieter garantieren nicht, dass der volle Funktionsumfang auch noch nach mehr als zehn Waschgängen zur Verfügung steht.

Smarte Textilien aus dem Drucker

Textilien umgeben uns tatsächlich ständig. Das qualifiziert sie zum idealen Träger für smarte Technologie. Allerdings müssen die elektronischen Bauteile im Miniaturformat leicht, flexibel – waschbar – und robust sein, um in der Textilverarbeitung einsetzbar zu sein. Kosteneffizienz macht dabei den Weg frei zur Massenproduktion.

Neben dem klassischen Webverfahren versuchen sich andere Designer inzwischen an elektronischen Druckverfahren: Statt Farben trägt der Drucker elektronische Funktionsmaterialien Schicht für Schicht auf. So entstehen Elektroden, Schaltkreise oder Leuchtstoffe direkt auf dem Gewebe oder dünn aufgetragenen Folien.

Das Hug-Shirt™

So etwa hat das Modehaus CuteCircuit seit seiner Einführung im Jahr 2004 die Grenzen der tragbaren Technologie verschoben. CuteCircuit, ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich interaktiver Mode, hat der Modewelt viele wegweisende Ideen eingebracht, indem es Stil und Funktionalität durch die Integration von intelligenten Textilien und Mikroelektronik verbindet.

Das Ergebnis ist unter anderem etwa das „Hug Shirt“, ein T-Shirt, mit dem sich ein Freund über die Entfernung hinweg umarmen lässt, gewissermaßen eine tragbare Berührung. Im Hug Shirt™ sind Sensoren integriert, die die Stärke, Dauer und Position der Berührung, die Hautwärme und die Herzfrequenz des Senders misst und diese Informationen an das T-Shirt des entfernten geliebten Menschen wiedergibt.

Praktische Begleiter

Doch auch abseits von schmückender Bekleidung können smarte Textilien Fähigkeiten entwickeln, die man einem Gewebe so nicht zugetraut hätte.

Im Sportbereich etwa haben der juckende und verrutschende Brustgurt oder der unter gewissen Bedingungen ungenaue optische Pulsmesser eventuell bald ausgedient. Eine entsprechende „Smart Textiles“-Lösung dafür hat etwa sanSirro entwickelt. Der Hersteller von individualisierbarer Sport- und Freizeitbekleidung aus der Südsteiermark entwickelt Textilien mit eingearbeiteten Microsensoren. Diese erheben dann sowohl die Vitaldaten des Sportlers als auch Geschwindigkeit und GPS-Daten. Die Daten landen in einer Cloud und können auf Sportuhren oder Smartphones übertragen werden.

Wie das Beispiel von sanSirro zeigt, ermöglichen smarte Textilien ganz neue Formen der Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Der User nutzt dabei den ganzen Körper, um der Maschine etwas mitzuteilen. Das Monopol von Keyboard und Maus in Bezug auf Steuerungselemente neigt sich offenbar bald dem Ende zu.

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