Bild von Stuart Weitzman

Stuart Weitzman (77) hätte sich sicherlich nicht träumen lassen, dass seine Firma im Chaos versinkt.

Der Schuhdesigner verkaufte seine Firma 2015 an Tapestry und blieb noch bis 2017 Chefdesigner. Danach gab er diese Rolle auf und überließ Giovanni Morelli das Zepter. Der verließ aber nach einem knappen Jahr im Mai das Unternehmen wieder, weil er von Thomas Gibb, einer Führungskraft, wegen sexueller Belästigung verklagt worden war.

Doch damit hört das Drama nicht auf, denn nun verklagt Tapestry den Vizepräsidenten wegen Vertragsbruch, da er nicht offenbart habe, dass ihm ein Teil von Tidal New York, einer Flip-Flop-Firma, gehöre. Gibbs Anwalt holte daraufhin gegenüber ‚Footwear‘ aus:

„Das ist einer der ungeheuerlichsten Gegenschläge, die meine Firma je gesehen hat. Thomas Gibb hat 18 Monate für Tapestry gearbeitet und war immer offen über seine Besitzstände, was Tidal New York betrifft. Das war auch nie ein Problem, bis Gibb vor zwei Wochen Tapestry wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung verklagte.“ Für ihn sehe es so aus, als ob Tapestry versuche, seinen Klienten wegen seiner Klage zu schwächen. „Hier wird jemand, der den Mut hatte, auf Diskriminierung und Belästigung hinzuweisen, auf schlimmste Weise behandelt.“

Tapestry hingegen hält an seiner Klage fest. Das Unternehmen habe nicht gewusst, dass Thomas Gibb Mitinhaber von Tidal New York gewesen sei und damit habe er Vertragsbruch begangen.

Firmengründer Stuart Weitzman dürfte also froh sein, dass er sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat.