
Dries van Noten (59) beobachtet einen revolutionären Wandel in der Branche.
In einem Interview mit der amerikanischen Ausgabe von ‚GQ‘ erzählte der Designer, der auf mehr als 30 Jahre Berufserfahrung zurückblickt und dabei beide Geschlechter regelmäßig mit seiner eigenen Marke einkleidet, dass seiner Meinung nach Männer die Nase vorn haben, wenn es darum geht, sich originell zu kleiden.
„Männer zeigen sich im Moment wesentlich abenteuerlustiger“, so der Modemogul. „Ich glaube, dass Frauen heutzutage häufiger dazu neigen, regelkonform zu sein, während Männer gern aus der Reihe tanzen. Sie wollen einfach ein bisschen anders rüberkommen.“
Dries van Noten hat sich auch Gedanken zu den Hintergründen des von ihm beobachteten Trends gemacht und sieht die Ursache in erster Linie in neuen Plattformen wie Instagram. Er vermutet, dass Männer gewisse Stimmungen aufschnappen und sich dann bewusst entscheiden, sich diesen Trends nicht anzuschließen. Wachsendes männliches Interesse an Mode sei „eine gute Sache“, doch es stellt die Branche auch vor neue Probleme: „Die meisten Menschen schauen sich Fashion Shows heutzutage auf ihren Smartphones an. Da kommt man schon ins Grübeln, ob kleine Details nicht problematisch sein können, weil man diese auf dem Bildschirm nicht sieht – es ist nur ein unscharfer Klecks.“
Der Designer fügte hinzu: „Ein schön ausgeschnittener Rücken? Vergiss es – die Leute achten nur auf die Vorderseite.“ Das Ergebnis: „Wir arbeiten viel mit Aufnähern. Allerdings hauptsächlich vorn – hinten sieht es ja sowieso niemand mehr.“