Bild von André Leon Talley

André Leon Talley (68) spricht über seinen schwierigen Karriereweg.

‚Vogue‘, ‚W Magazine‘ oder ‚Women’s Wear Daily‘ – der bekannte Schriftsteller und Mode-Journalist André Leon Talley arbeitete bereits für die renommiertesten Modemagazine und veröffentlichte zahlreiche Bücher, die alle um dasselbe Thema kreisen: Fashion, seine große Leidenschaft. Mittlerweile ist André eine unumstrittene Ikone der Modewelt. Dabei setzte er sich stets auch für mehr Toleranz und Vielseitigkeit in dem Business ein. Sein Aufstieg in den Fashion-Olymp war jedoch nicht immer leicht. Im Gegenteil, André musste sich immer wieder mit Vorurteilen gegenüber seiner Homosexualität und mit Rassismus aufgrund seiner Hautfarbe auseinandersetzen.

Im Interview mit der ‚New York Times‘ berichtete er: „Es gab ein paar wirklich grausame und rassistische Momente, die ich erleben musste, als Menschen sich mir gegenüber bösartig und schrecklich verletzend verhalten haben.“

Unter anderem wurde er von einigen Kollegen Queen Kong genannt. Später erfuhr er, dass niemand geringeres als Clara Saint, die damalige Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit von Yves Saint Laurent, sich den bizarren Spitznamen ausgedacht hatte.

Einer seiner Bosse habe André außerdem eines Tages damit konfrontiert, dass er Gerüchten zufolge mit unzähligen Designern geschlafen haben soll, um sich im Fashion-Business einen Namen zu machen. „Es stimmte einfach nicht, was über mich erzählt wurde. Ich bin niemals mit einem Designer ins Bett gegangen. Meinen Erfolg verdanke ich nur meinem Wissen und meinem Talent“, empörte sich der Schriftsteller, während er die früheren Vorwürfe noch einmal reflektierte. Hinzu kam, dass André sich im Laufe seiner Karriere immer wieder fragen musste: „Wo sind all die Menschen mit dunkler Hautfarbe in dem Business?“

Mittlerweile würde der 68-Jährige zwar Verbesserungen in der Branche beobachten. Doch er betonte, dass es immer noch viel zu tun gäbe, bis wirklich Gleichberechtigung vorherrschen würde – frei von jeglicher Diskriminierung.

Über seine erschreckenden Erfahrungen berichtet André Leon Talley auch in seinem Dokumentarfilm ‚The Gospel According to André‘, der im April dieses Jahres erschien.