Jean Paul Gaultier ist schüchtern

Bild von Jean Paul Gaultier

Schwach wird stark: Jean Paul Gaultier (59) verriet, dass er sehr schüchtern sei, aber versuche, dass zu seinem Vorteil zu nutzen.

Der französische Modemacher wandelt seine Schwächen in seine Stärken, indem er seine Hemmungen als Inspirationsquelle für seine Kreativität nutzt. Der Mode-Star, der schon für so vielseitige Künstler wie Madonna und Marilyn Manson designte, ist berüchtigt für seine schockierenden Catwalk-Shows sowie die Vermischung von Geschlechterrollen.

„Tatsächlich bin ich sehr schüchtern. Aber das ist der Moment, an dem man sich am besten ausdrücken kann – Hemmungen werden zum Exhibitionismus“, berichtete er der englischen Ausgabe der ‚Marie Claire‘.

Dennoch erklärte der Modemacher, dessen außergewöhnliche Karriere in einer Ausstellung in Montreal gewürdigt wird, dass seine Zeiten als Enfant terrible vorbei seien. Bescheiden sagte die Fashion-Ikone, dass der Rückblick auf ihre Karriere unwirklich scheine.

„Ich war von der Idee einer Ausstellung geschmeichelt, aber gleichzeitig fühlte es sich wie eine Beerdigung an. Also ja, jetzt bin ich nicht länger das Enfant terrible der Modewelt. Vielleicht bin ich ja der schreckliche Mann!“, lachte er.

Weiterhin sprach Gaultier über eine Show, in der er Models mit grauem Haar den Laufsteg entlang schickte und erklärte, wie er auf die Idee kam. Obwohl der Designer in einer Branche arbeitet, die von Äußerlichkeiten besessen ist, fürchtet er sich nicht vor dem Altern.

„Es ging um Eleganz und eine Zeit, in der eine Frau nicht wie ein Mädchen, sondern wie eine Lady aussehen wollte. Für mich hat die Vorstellung vom Älterwerden nichts schlechtes an sich, weil ich dabei an meine Großmutter denken muss – sie lebt nicht mehr, aber in meinem Kopf schon“, sagte Jean Paul Gaultier. © Cover Media