Günther Jauch: Mit der Unabhängigkeit war es schwierig

Bild von Günther Jauch

(Cover) – DE German Stars – Moderator Günther Jauch (62) hat mit der ARD abgerechnet, für die er mehrere Jahre lang tätig war. Spaß gemacht habe es ihm nicht.

Zu viele Köche …

Günther Jauch habe nicht unabhängig arbeiten können. Der Entertainer ist nicht zuletzt durch ‘Wer wird Millionär?’ auf RTL eines der erfolgreichsten und beliebtesten Gesichter im deutschen Fernsehen. Doch er versuchte sich auch in ernsteren, journalistischen Programmen, als er für die ARD seine eigene Talkshow moderierte. Die geriet jedoch wiederholt aufgrund Günther Jauchs ungelenken Interview-Stils in die Kritik und wurde letztendlich eingestellt. Für den Moderator ist das Thema aber noch nicht gegessen, und er hat noch ein Hühnchen mit der Sendeanstalt zu rupfen, die ihn ausgebremst habe. Im Gespräch mit der ‘Reporterfabrik’ erklärt er diesbezüglich: „Ich bin, gerade wenn ich journalistisch tätig bin, gerne unabhängig. Mit der Unabhängigkeit war es irgendwann schwierig. Ganz direkt gesagt: Es haben am Ende zu viele da reingeredet und das wurde dann schwierig.“ Jede Entscheidung habe von einem Komitee abgenickt werden müssen – und das habe Günther mächtig geärgert.

Keine Risikobereitschaft

Es sei für ihn vor allem deshalb ein Ärgernis gewesen, da sich die ARD als öffentlich-rechtlicher Sendung Wagnisse und Experimente leisten könnte – doch der Wille scheint einfach nicht da zu sein: „Jeden Monat fließt das Geld durch die Gebühr fast automatisch. Sie können sich auf Experimente einlassen, sie stehen nicht unter dem Druck, Geld verdienen zu müssen – also eigentlich beste Voraussetzungen um Bildung, Unterrichtung und Unterhaltung der Menschen nachzukommen.“ Doch nichts davon werde getan: „Sie schauen zuweilen ängstlich nach links und rechts, sie haben Rundfunkräte, Verwaltungsräte, politische Parteien, manchmal eine Schere, die sie sich selbst im Kopf zusammengebastelt haben. Sie haben – wie überall sonst auch – Karrieristen, die zusehen, wie sie sich verhalten, damit sie in zwei Jahren diesen oder jenen Job bekommen. Und sind nicht so frei und unabhängig, wie man sie sich von der Konstruktion her vorstellen könnte.“

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