Lanvin: Keine klare Linie

Bild von Lanvin

Lanvin zeigte in Paris die Zukunft ohne Alber Elbaz.

Der Designer hatte das Label im Oktober 2015 überraschend verlassen und wurde in aller Eile durch Chemena Kamali von Chloé ersetzt. Eine klare Linie war in Paris bei der Winterkollektion nicht zu erkennen, nur dass man den opulenten Stil des Vorgängers auf jeden Fall vermeiden wollte. Es wehte ein Hauch achtziger Jahre über den Laufsteg, was die Silhouetten betraf. Glamour verströmte allerdings ein goldener Trenchcoat, der mit einem breiten Gürtel zusammengehalten wurde. Natürlich wurden nur die edelsten Stoffe verwendet, Chiffon, Brokat und viel Spitze. Es gab viele fließende Kleider zu sehen, ein Großteil mit Spitze versehen. Dem gegenüber standen überdimensionale Smokingjacken, denen Gürtel eine Taille gaben.

Dass Chemena Kamali sich aufgrund der knappen Vorbereitungszeit noch nicht ganz entfalten konnte, überraschte wenig. Die nächsten Kollektionen werden zeigen, in welche Richtung Lanvin gehen wird.

Vetements zeigte ebenfalls seine Entwürfe für den Winter und das Label hatte – im Unterschied zu Lanvin – eine klare Linie und zwar auf den Leib geschneiderte Kreationen. In Hommage an die berühmte Londoner Savile Row wurden hier den Damenanzügen ein männlicher Vibe verpasst. Aber ganz so dezent war es dann doch nicht – dafür sorgten Sweatshirts mit Aufschriften wie ‚You F**k n A**hole‘. Diese Kollektion war ein einziges Ausrufezeichen – daran muss das neue Lanvin-Team noch arbeiten. © Cover Media

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