Alber Elbaz: Lanvin-Aus war eine Tragödie

Bild von Alber Elbaz

Alber Elbaz lief nach seinem Rauswurf bei Lanvin weinend durch Paris.

Der ehemalige Kreativchef des französischen Traditionshauses scheint bei seiner Entlassung im Oktober 2015 mindestens ebenso geschockt gewesen zu sein wie Modeexperten auf der ganzen Welt. Schließlich führte er die Marke stolze 15 Jahre lang. In einer Gesprächsrunde mit Studenten der Parsons School of Design in New York, bezeichnete er das Ereignis deshalb als „die Tragödie“.

„Seit ich Lanvin verlassen habe, ist da eine riesige Narbe … Die ersten Monate danach regnete es in Paris in Strömen und ich lief und lief und lief“, erinnerte er sich laut ‚Forbes.com‘. „Als ich mein Gesicht anfasste, wusste ich nicht, ob es der Regen war oder meine Tränen.“

Der gebürtige Israeli kam nach Stationen bei Geoffrey Beene und Yves Saint Laurent im Jahr 2001 zu Lanvin und machte sich dank seiner zeitlosen und femininen Designs einen Namen.

Heute wünscht sich der Modeschöpfer einen besseren Dialog zwischen der kreativen und wirtschaftlichen Seite der Branche und steht neuen Konzepten wie See-Now-Buy-Now durchaus aufgeschlossen gegenüber.

„Wenn es frischen Wind gibt, haben wir zwei Möglichkeiten: Entweder bauen wir eine Mauer, um uns davor zu schützen, oder wir bauen eine Windmühle, damit der Wind noch schneller weht und wir ihn nutzen können“, malte der Experte ein verständliches Bild.

Seine eigene Zukunft sieht Alber Elbaz deshalb sowohl in preiswerter als auch Luxusmode. „Ich will beides machen“, betonte der Designer. „Ich würde gerne in die Welt der Haupteinkaufsstraße eintauchen und zusätzlich Kleidung für Frauen, die ich liebe, herstellen.“ © Cover Media

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